Das Gehirn ist die oberste Steuerzentrale des Körpers. Es organisiert und reguliert sich selber. Das Gehirn besteht aus Milliarden miteinander vernetzter Neuronen.

Das Gehirn ist ein sehr komplexes System, eine übergeordnete Steuerzentrale, deren Aufgabe es ist, angemessen auf äussere und innere Einflüsse zu reagieren, um uns im biologischen Sinn die besten Überlebenschancen zu sichern.

 

Ein kurzer Ausflug in die Organisation des Gehirns:

 

Die Grosshirnrinde (zerebraler Kortex) ist es, die uns Menschen von den anderen Lebewesen unterscheidet. Das Grosshirn ist das grösste Hirnteil und entwicklungsgeschichtlich das jüngste – der Sitz des Bewusstseins.

 

Der Kortex ist zerknautscht und voller Furchen, setzt sich aus sechs verschiedenen Zellschichtlagen zusammen, von denen jede unterschiedliche Zelltypen und -kombinationen enthält. Der Kortex ist eingeteilt in 4 sog. Hirnlappen mit verschiedenen Arealen, spezialisierte Regionen (zB das motorische Sprachzentrum: Broca-Areal), unterteilt in einer rechten und linken Hälfte, die miteinander verbunden über den Balken (Corpus callosum), der aus dicht zusammenliegenden Nervenfasern besteht, verbunden sind, und über jeweils andere Funktionsschwerpunkte verfügt. Weiterhin unterscheidet man zwischen primärem (motorischen oder sensorischen) Kortex und assoziativem Kortex - das Ganze wunderbar vernetzt über Nervenbahnen und sog. Fasern

– kurzum: kompakt, komplex, genial, keinesfalls zu vergleichen mit einem Computer.

 

 

Unterhalb des Kortex befinden sich u.a. zahlreiche funktionelle Zellverbände (subkortikale Strukturen), die umfassende Aufgaben der Informationsverarbeitung erfüllen und an der schnellen Beurteilung von Risiken und Chancen sowie an den überlebensnotwendigen Reaktionen zu unserer Sicherheit und unserem Wohlbefinden beteiligt sind. Sie sind Teile des limbischen Systems und formen ständig unsere Wahrnehmung und unser Verhalten, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Der Kortex (also die bewusstgewordenen Informationen) hingegen analysiert detailliert und – wenn dieser gut funktioniert - steuert unsere Handlungen und unser Verhalten bewusst.

 

Anatomisch gesehen weiter unten befindet sich unser Hirnstamm, der an der Steuerung lebenswichtiger physiologischer Funktionen (Vitalfunktionen) beteiligt ist – sozusagen die Technikzentrale. Das Kleinhirn hingegen ist unsere Bewegungszentrale.

 

Da das Gehirn die Fähigkeit hat, sich in Abhängigkeit von seiner Verwendung zu verändern (Neuroplastizität), ist es kein starres, festgelegtes Organ, sondern bis ins hohe Alter veränderbar. Neue Erfahrungen und Eindrücke verändern das Gehirn, es werden neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen ausgebaut, neue Synapsen werden gebildet, indem Brücken zu vorhandenem Wissen geschlagen werden. Wenig oder ungenutzte Verbindungen werden abgeschwächt. Ohne diese Plastizität wäre Lernen nicht möglich. Beim Lernen bilden sich neue Nervenbahnen, bestehende werden stärker mit Myelin überzogen. Diese Myelinschicht nährt und schützt die Nervenbahnen und sorgt für eine erhöhte Leitungsgeschwindigkeit, was einen direkten Einfluss auf unsere Lernfähigkeit und schlussendlich auch auf unsere Intelligenz hat.

 

Das Gehirn erhält ständig Informationen aus seiner inneren Welt sowie auch aus dem äusseren Umfeld (Input) und reagiert (Output). Das muss alles sehr schnell gehen, da unser Überleben davon abhängen könnte: eine Fülle an Informationen bzw. Impulsen muss bewertet werden (wichtig oder unwichtig) - nur ein Bruchstück nehmen wir bewusst wahr. Wichtiges - für das System Sinnvolles - wird verstärkt und weiterverarbeitet.

 

An dieser Beurteilung, was wichtig ist, ist massgeblich das limbische System beteiligt. Es lenkt unsere Wahrnehmung, unser Verhalten wie auch unsere Suche nach Sicherheit und Anerkennung. Es reguliert unsere Triebe und unsere Emotionen.

Die Funktionen des limbischen Systems sind für unser Überleben von entscheidender Bedeutung.

Das limbische System filtert unsere Wahrnehmung aufgrund bereits Erfahrenem und Erlebtem sowie erlernten Verhaltensmuster, Werte- und Glaubenssysteme und beeinflusst damit unsere Gedanken sowie unser Verhalten. Auf der anderen Seite prägen unser Denken und Erleben, unsere Emotionen, unser Handeln und das Umfeld unser limbisches System.

 

Kann es da also eine einzige objektive Sichtweise oder Wahrheit geben?

 

Demzufolge kann unser Bewusstsein zu Glück und Wohlbefinden gepolt aber auch umgekehrt von Negativität geprägt werden. Ist das berühmte Glas halb voll oder halb leer? Die Sichtweise, das Glas prinzipiell halb leer zu sehen, kann zum Selbstläufer werden und bremst den Menschen in seiner Lebensfreude aus.


Praxis für Neurofeedback

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